Bitkom Studie 2022: Rechenzentren in Deutschland

Offizielle Statistiken zu Rechenzentren in Deutschland gibt es bislang wenig. Zur Entwicklung der Nutzung von Rechenzentrumsdiensten innerhalb des deutschen Mittelstands gibt es ebenfalls kaum verlässliche Informationen. Bitkom Research hat nun mithilfe vom Borderstep Institut eine repräsentative Expertenbefragung durchgeführt und eine aktuelle Studie zum Markt von Rechenzentren in Deutschland herausgebracht. Wir haben die Studie gelesen und wichtige Erkenntnisse für Sie zusammengetragen. Die vollständige Studie finden Sie hier nach Anmeldung zum zum Download.

Bitkom Research Studie Rechenzentren 2022

Aktuelle Marktentwicklung bei Rechenzentren

Laut Bitkom sind die Kapazitäten der Rechenzentren in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich und rasant angestiegen. Gemessen an der maximalen Stromaufnahme der installierten Hardware sind die Kapazitäten zwischen 2016 und 2021 um 30% gewachsen. Zu begründen ist das Wachstum im Rechenzentrumsmarkt insbesondere durch den zunehmenden Ausbau von Cloud Computing in Deutschland. Während sich die Kapazitäten in Cloud-Rechenzentren zwischen 2016 und 2021 ver-2,5-facht haben, stagnierten die traditionellen Rechenzentren auf konstantem Niveau. So stieg der Anteil der Cloud-Rechenzentren an den Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland zwischen 2016 und 2021 von 20% auf 33% an. Bis 2025 wird erwartet, dass Cloud-Computing sogar marktdominierend sein könnte. Das Wachstum der Cloud sieht man auch bei der Größenstruktur der Rechenzentren. Rechenzentren mit > 5MW nehmen deutlich zu, kleine IT-Installationen sind dagegen rückläufig.

Mehr als jedes zweite befragte Unternehmen nutzt eine Private Cloud sowie ISP-Dienste und Hosting. Auch die Public Cloud ist mit mittlerweile 47 % sehr beliebt bei deutschen Unternehmen. Ca. 19% der Unternehmen nutzen dagegen Hybrid-Bereitstellungsmodelle. Ungefähr jedes zehnte Unternehmen betreibt dagegen noch ein eigenes Rechenzentrum.

Pandemie macht Bedeutung von Rechenzentren deutlich

Dass die mit dem zusätzlichen Energiebedarf verbundene Leistungssteigerung der Rechenzentren aber auch enorme Chancen für Umwelt und Nachhaltigkeit bietet, hat laut Bitkom die Corona-Pandemie eindrucksvoll gezeigt. Zwar werden durch den Betrieb von Rechenzentren zunehmend Energie und Ressourcen verschlungen – gleichzeitig sind Rechenzentren aber auch eine notwendige Voraussetzung dafür, dass viele Nachhaltigkeitsziele überhaupt erreicht werden können. Denn die in Rechenzentren laufenden digitalen Anwendungen ermöglichen nicht nur Einsparungen an Energie und Treibhausgasen in nahezu allen Lebens- und Arbeitsbereichen. Sie unterstützen auch eine ressourcenschonende Industrialisierung, fördern Innovationen und sind Bestandteil einer nachhaltigen Infrastruktur.

In der Studie wird deutlich, dass das Bewusstsein für Datensicherheit- und -souveränität zunimmt, sowie auch das Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit.

Abwärmenutzung bisher nur in Pilotprojekten

Eine Nutzung der Abwärme aus Rechenzentren findet momentan praktisch nicht statt und ist nur möglich, wenn Niedertemperaturwärmenetze ausgebaut werden sowie technische und wirtschaftliche Hemmnisse abgebaut werden. Erzeuger und Nutzer von Abwärme müssen daher zusammengebracht und Anreize geschaffen werden. 

Fazit

Aufgrund der wachsenden Bedeutung von Rechenzentren und begrenzten Ressourcen ist es notwendig, ihre Errichtung und ihren Betrieb so energieeffizient und klimafreundlich wie möglich zu gestalten. Dieser Wandel passiert, momentan allerdings gebremst und basiert auf der Eigeninitiative von Rechenzentrumsbetreibern.

Als wesentliche Markt- und Technologietrends gelten laut der aktuellen Bitkom Studie das starke Wachstum von Cloud- und Managed Service-Angeboten, wie auch die zunehmende Leistungsdichte bei Rechenzentren. Sie sieht Chancen für den deutschen Rechenzentrumsmarkt aufgrund der gesteigerten Nachfrage nach Datensicherheit und -souveränität sowie auch aus dem gewachsenen Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit.

Recommended Posts